Kulturelle Aneignung

 

In diesem Sommer haben wir uns mit der Thematik der kulturellen Aneignung ausgiebig auseinandergesetzt. Hierbei ist uns aufgefallen, dass wir uns als Unternehmen nicht davon freisprechen können und uns in der Vergangenheit einige Fehler unterlaufen sind. Für diese möchten wir uns hiermit entschuldigen!
Kulturelle Aneignung ist ein kontrovers diskutiertes Thema, in welchem die Grenze zwischen kultureller Aneignung und kultureller Wertschätzung oft unterschiedlich gesetzt wird. Für uns als A&K-Team beginnt kulturelle Aneignung immer mit dem Gebrauch fremder Kulturgüter zum Erschaffen eines persönlichen Vorteils. Dieser eben genannte persönliche Vorteil kann in verschiedener Art und Weise geschaffen werden. Am offensichtlichsten wird dies, wenn er dem direkten finanziellen Vorteil dient. Aneignend ist es unsere Ansicht nach aber auch, wenn fremde Kulturgüter zur eigenen Imagepflege und Außendarstellung genutzt werden.

Im Gegensatz dazu bedeutet der Begriff der kulturellen Werschätzung für uns als A&K-Team, kulturelle Güter nicht unüberlegt zu nutzen, sondern sich im Kontakt mit Menschen bewusst mit Aspekten einer Kultur auseinander zu setzen, um sie besser kennenzulernen und so den Kontext zu verstehen und zu wertschätzen.

Sowohl unsere Namensgebung “Abel and Kitenge” als auch die ausschließliche Arbeit mit Kitenge-Stoffen nehmen wir rückblickend als aneignend wahr. Als wir das Projekt als drei weiße, in Deutschland aufgewachsene Brüder begonnen haben, hatten wir das Gefühl, unsere Arbeit mit traditionellen Stoffen aus dem ostafrikanischen Raum (Kitenge) sei wertschätzend. Dieser Eindruck kam vor allem zustande, da wir ja nicht auf einen finanziellen Vorteil für uns selber abzielen, sondern unsere Gewinne an die EWAKA-Foundation in Uganda spendeten. Dennoch haben wir uns dabei Kitenge-Stoffe zu eigen gemacht, deren Geschichte und kulturelle Bedeutung wir nur unzureichend kannten.

Daher haben wir uns entschieden, Shirts mit Kitenge nur noch in Zusammenarbeit mit ugandischen Designern, die sowohl für den Ankauf auf dem lokalen Markt in Jinja, als auch für die Gestaltung der Shirts verantwortlich sind, zu produzieren. Hinsichtlich unseres Namens haben wir uns dafür entschieden nur noch die Abkürzung “A&K” zu verwenden, da wir den Begriff “Kitenge” nicht mehr für angemessen halten und sowieso nicht mehr alle Mitarbeiter Abel mit Nachnamen heißen.

Falls dir trotzdem noch etwas aufgefallen ist, dass du als unpassend oder aneignend wahrgenommen hast, schreib uns doch gerne über das Kontaktformular unten! Wir haben uns ausgiebig mit dem Thema beschäftigt, sind aber noch weit davon entfernt, Experten zu sein. Zumal wir als Europäer in einigen Punkten unumstritten nur einen eingeschränkten Blickwinkel haben. (Dieser Text beruht auf unserem aktuellen Meinungsbild, Stand November 2020).

Anregungen und Verbesserungen